Der weise Abt Apollos: Die Kunst der Sanftmut und der Strenge**

 In der **Vita Patrum** wird erzählt, dass ein Mönch zum Abt Apollos ging und ihm seine Versuchungen offenbarte. Daraufhin offenbarte er sie einem alten Mann, der entsetzt war und sagte: "Bist du dieses Habits nicht würdig? Wie konntest du so etwas tun?" Der Mönch, verzweifelt, antwortete: "Ich bin nicht geeignet, ein Mönch zu sein. Ich will in die Welt zurückkehren." Während er sich darauf vorbereitete, zu gehen, offenbarte Gott dem Abt Apollos, was geschah. Der Abt ging ihm entgegen, sprach mit großer Sanftmut zu ihm, ermutigte ihn und brachte ihn zurück. Dann betete er zum Herrn und bat, dass die Versuchung des Mönchs auf den strengen Alten übergehen möge.

Und sie sahen den Alten, unruhig, wie er aus seiner Zelle herauskam, zurückkehrte und den Wunsch verspürte, in die Welt zurückzukehren. So erlitt er das, was er an einem anderen verurteilt hatte. Apollos ging zu ihm und sagte: "Scheint es dir recht, was du mit dem Mönch getan hast? Gott hat seine Versuchung auf dich übertragen." Und er tadelte ihn streng, weil er den Kranken nicht mit Sanftmut zurechtgewiesen hatte. So gewann Apollos beide.

Dann wirst du sagen: Wie kann es sein, dass Apollos ihn streng tadelte und gleichzeitig befahl, mit Sanftmut zu korrigieren? Die Antwort ist, dass die Bösen schwerlich korrigiert werden können und daher eine eiserne Rute benötigen; aber diejenigen, die aus Unwissenheit oder Leidenschaft fallen, müssen im Geist der Sanftmut korrigiert werden.

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