Ich erinnere dabei die (begleitenden) Heiligen an ihre Leiden und opfere sie mit Jesu Leiden Got

Eine Nonne hatte diese Vision

Ich erinnere dabei die (begleitenden) Heiligen an ihre Leiden und opfere sie mit Jesu Leiden Gott auf für die Seelen. Die Orte der Seelen finde ich verschieden nach ihren Zuständen wie Gärten, Behälter, Welten von verschiedenen Orten von Ungnade, Mangel, Entbehrung, Pein, Not, Angst usw. An vielen Orten sind die Seelen sehr dicht beisammen, und da ist große Angst. Einige derselben sind tiefer und dunkler, andere höher und heller. Die auf Erden vereint waren, sind nur dann beisammen, wenn sie Reinigung desselben Grades bedürfen. Es sind Orte da, wo böse Geister die Seelen peinigen, schrecken, quälen. Dies sind die grausamsten, und man würde sie für die Hölle halten, wenn die unaussprechlich rührende Geduld der Seelen Einen nicht vom Gegenteil überzeugte. Es ist nicht zu sagen, welche Freude, welcher Trost es den Zurückbleibenden ist, wenn Seelen erlöst werden. Ich sah Seelen, wenn einige frei wurden, aus niederen Graden in bessere Zustände eintreten. Manche können wandeln und haben Verkehr des Trostes. Große Gnaden sind, erscheinen zu können, um zu flehen um Hilfe und Fürbitte. Ich sah auch Orte, wo Seelen, die auf Erden heilig gesprochen worden, beim Scheiden aus der Welt aber ihre Heiligkeit noch nicht vollendet hatten, gereinigt wurden. Als heilige Messen für gewisse Seelen gelesen wurden, sah ich ganz dunkle, verlassene Seelen zum Altar herandrängen. Sie sprachen, wie Hungernde: wir sind so lange nicht gespeist. Das Einziehen der Stiftungen für Seelenmessen ist eine unbeschreibliche Grausamkeit und ein Diebstahl an den ärmsten Armen (2, 469–471).


Der zweite Punkt ist, dass die Läuterung und die Tröstungsfähigkeit der armen Seelen im Verhältnis zueinander stehen, und dieses richtet sich nach der geleisteten Sühne. Alles kommt auf die Verfassung des Herzens an. Gott rettet alle Menschen, die noch einen Funken guten Willens haben. Die eine besonders große Reue erlangen, recht aufrichtig beichten und mit herzlichem Vertrauen auf die Verdienste Jesu Christi erfüllt aus diesem Leben scheiden, sind in einer unendlich günstigeren Verfassung, Sühne zu leisten und aus der Gemeinschaft der Heiligen zu empfangen, als jene, die in Lauigkeit dahingelebt und gestorben sind, und aus Eigenliebe und Selbstschätzung keine Ermahnung angenommen, die Bußwerke nicht geliebt und nie erkennen gewollt haben, dass sie ganz von sich selbst eingenommen sind, wenn sie auch gerade keine großen Sünden begangen hätten. Kommen aber in diesem Seelenzustand auch noch schwere, kaum bereute und gebeichtete Sünden, oder sonst eine bedeutende, im Taumel der Eigenliebe falsch aufgefasste oder zu wenig beachtete Verantwortung, so wird dieses im Fegefeuer nicht bloß auf den Grad ihrer Pein, sondern auch auf ihre Fähigkeit einwirken, die Hilfe der Kirche und guter Menschen zu empfangen. Es muss vorerst zu viel ersetzt und vollgemacht werden.



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