Die Anfechtungen des heiligen Nikolaus durch die höllischen Geister

 


Die höllischen Geister, als sie sahen, dass der heilige Nikolaus aufgrund seiner heldenhaften Tugenden, seines Geistes und seiner unablässigen Kontemplation ständig mit den Engeln des Himmels kommunizierte und, in ihre Sphäre entrückt, bereits in diesem sterblichen Leben himmlische Gnaden genoss, versuchten, die große Seelenruhe zu stören, mit der der Heilige ohne Furcht vor Stürmen oder Klippen durch das Meer dieser Welt segelte, wo selbst der erfahrenste Steuermann auf Grund zu laufen pflegt. Als die Dämonen sahen, dass der heilige Nikolaus die List, mit der sie ihn bedrängten, siegreich überstand, indem sie ihm Zweifel einflößten, ob seine große Strenge, mit der er die menschlichen Leidenschaften zügelte, Gott wohlgefällig sei, versuchten sie mit neuen Tricks, seinen Geist zu beunruhigen.

Um dies zu erreichen, ersann der Feind des Menschengeschlechts, nachdem ihm seine Täuschungen und Strategien nichts genützt hatten, eine neue Methode, um sich mit Gewalt und außergewöhnlichen Angriffen gegen Nikolaus zu erheben, nicht nur mit schrecklichen Visionen, sondern auch mit grausamen Schlägen, um sein Leben zu beenden. So geschah es, dass eines Nachts, als der Heilige betete (wie er es gewohnt war), der Dämon in sein Oratorium eindrang, in Gestalt eines sehr großen, schwarzen und furchterregend aussehenden Vogels. Mit schrecklichen Schreien und unter Schlagen seiner Flügel löschte er die Lampe im Oratorium und zerschlug sie. Der höllische Geist hatte alle Lichter und das Feuer im Kloster ausgelöscht, in der Annahme, er könne den Heiligen auf diese Weise zum Narren halten.

Doch als der Heilige seinen Gefährten rief, damit dieser Licht hole, und da er es weder in der Kirche noch im gesamten Kloster fand, warf sich der Heilige auf die Erde und bat Gott und seine heilige Mutter, ihm in dieser dringenden Notlage beizustehen. Er erhielt, was er erbeten hatte, denn als er die Scherben der Lampe in die Hand nahm und sie zusammensetzte, fügten sie sich wieder zusammen, und ohne jegliches Feuer entzündete der Heilige die Lampe. Doch der Dämon war nicht zufrieden, stieg auf das Dach des Oratoriums und fing an, um den Heiligen zu erschrecken, das Gebrüll und die Schreie wilder und furchterregender Tiere nachzuahmen. Er begann, die Dachziegel mit solchem Lärm zu zerbrechen und herunterzuwerfen, dass es schien, als würde das ganze Gebäude einstürzen. Doch der Heilige, die teuflischen und furchterregenden Drohungen verachtend, betete mit noch größerem Eifer weiter.

Noch mehr erzürnt, griff der höllische Feind ihn mit noch größerer Wut an und schlug ihn mit einem Stock so heftig, dass dieser zerbrach und auf dem Körper des Heiligen noch viele Tage Spuren der Schläge zu sehen waren. Zum Gedenken an die Geduld des Heiligen wird dieser Stock bis heute aufbewahrt und den Gläubigen gezeigt.


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