Augustinus beschreibt in De Civitate Dei (Buch XXI, Kapitel 8), dass Dämonen einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Menschen besitzen: ihre Existenz reicht zurück bis zum Anbeginn der Zeit. Dadurch haben sie eine unvorstellbar lange Lebenserfahrung gesammelt, die ihnen einen tiefen Einblick in die Abläufe der Welt verleiht – ein Wissen, das dem Menschen durch seine kurze Lebensdauer verwehrt bleibt.
Auf dieser Grundlage können sie Dinge tun, die für den Menschen bewundernswert erscheinen. Sie sagen zukünftige Ereignisse voraus, nicht nur durch eigenes Wirken, sondern vor allem durch ihr tiefes Verständnis der Heiligen Schrift und der prophetischen Texte. Hinzu kommt ihre Fähigkeit, aus Beobachtung und Erfahrung äußerst präzise Vermutungen anzustellen.
Manchmal kündigen sie sogar Ereignisse an, die sie selbst geplant haben und später ausführen, um Menschen in die Irre zu führen. Mit diesen Vorhersagen gewinnen sie Vertrauen, ziehen Menschen in ihren Bann und verführen sie schließlich zur Lüge. So dienen ihr Wissen und ihre List nicht dem Heil, sondern dem Betrug und der Zerstörung von Seelen.

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