Epheser 6,12
„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewalten, mit den Weltherrschern dieser Finsternis, mit den bösen Geistern in der Himmelswelt.“
Liebe Brüder und Schwestern in Christus, heute wollen wir über eine geistliche Wahrheit nachdenken, die wir oft vergessen: Unser Kampf richtet sich nicht nur gegen sichtbare Sünde oder menschliche Schwäche, sondern gegen einen realen, listigen und uralten Feind: den Teufel, den Feind unserer Seelen.
Der Ursprung der Feindschaft
Seit dem Sündenfall wirkt der Teufel in Neid und List gegen den Menschen, der im Ebenbild Gottes erschaffen wurde. Der heilige Justin der Märtyrer sagt: Der Teufel wurde von Neid getrieben, als er sah, dass dem Menschen die Möglichkeit zur Erlösung offenstand. Er kann es nicht ertragen, dass Gott vergibt, und will deshalb, dass wir mit ihm ins Verderben fallen.
Er arbeitet nicht mit Gewalt, sondern mit Täuschung. Wie Clemens von Alexandrien schreibt: Er flüstert dem Menschen Gründe zum Sündigen ein – subtil und hinterlistig –, damit dieser sich von Gott entfernt.
Die Verdammnis des Teufels und sein entfesselter Zorn
Der heilige Isidor von Pelusium berichtet, dass der Teufel nach der öffentlichen Verkündigung seiner Verdammnis durch Christus in Zorn entbrannte. Laut Huetius verstanden viele Kirchenväter, dass er erst dann seine ewige Verlorenheit vollständig erkannte – und dass er daraufhin in alle Formen der Bosheit ausbrach und Irrlehren in die Welt streute.
Der Feind nutzt auch das, was in uns selbst ist
Wir dürfen nicht alles dem Teufel zuschreiben. Philipp Jakob Spener sagt zu Recht: Wenn der Mensch nicht gefallen wäre, wenn das sündige Fleisch nicht in uns wäre, hätte der Teufel keine Macht über uns. Christus wurde zwar versucht, aber da keine Sünde in ihm war, konnte der Teufel ihn nicht zu bösen Gedanken verführen.
Unser Fleisch hingegen ist gefallen und wird so zum Werkzeug des Teufels. Unsere eigene Natur verbündet sich mit ihm. Deshalb brauchen wir Wachsamkeit und geistliche Unterscheidung.
. Was sollen wir tun?
1. Ziehe die Waffenrüstung Gottes an. Epheser 6 ruft uns auf, Schild des Glaubens, Helm des Heils und das Schwert des Geistes – das Wort Gottes – zu ergreifen.
2. Prüfe deine Gedanken. Nicht jeder Gedanke kommt von Gott. Manche entstehen aus unserem gefallenen Herzen, andere flüstert der Feind.
3. Fürchte dich nicht. Der Teufel ist besiegt. Am Kreuz hat Christus das letzte Wort gesprochen – und der Sieg gehört Ihm.
Geschwister, der Feind ist real, aber er hat nicht das letzte Wort. Der Abgrund kann nicht gegen das Schwert des Wortes bestehen. Ignorieren wir seine List nicht, aber geben wir ihm auch nicht mehr Macht, als er wirklich hat. In Christus sind wir mehr als Überwinder.

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