Der Teufel imitiert Allgegenwart, um zu verwirren

 


Tertullian schreibt in seiner Apologetik, dass „jeder Geist Flügel hat – so auch Engel und Dämonen –, und dass sie sich daher im selben Augenblick überall befinden können.“ Damit beschreibt er die ungeheure Geschwindigkeit, mit der sich diese geistigen Wesen durch Raum und Zeit bewegen. Als körperlose Wesen sind sie an keinen physischen Ort gebunden. Ihre Beweglichkeit erscheint dem menschlichen Verstand übernatürlich, beinahe göttlich.

Für sie ist die ganze Welt wie ein einziger Raum. Kein Ort bleibt ihnen verborgen, keine Handlung unbeobachtet. Wie es bereits im Buch Hiob heißt, durchstreifen sie die Erde auf der Suche nach Gelegenheiten, den Menschen zu schaden. Sie beobachten das Tun der Menschheit nicht mit Mitgefühl, sondern mit dem Ziel, zu verführen, zu verwirren und zu zerstören.

Mit diesem Wissen treten sie als „Weissager“ auf. Sie verkünden Ereignisse, die noch nicht eingetreten sind, nicht etwa, weil sie allwissend wären, sondern weil sie – durch ihre Beobachtungsgabe, Erfahrung und oft auch durch gezielte Manipulation – Entwicklungen voraussehen oder selbst herbeiführen. Menschen, beeindruckt von der scheinbaren Genauigkeit solcher Prophezeiungen, halten diese Dämonen für göttlich inspiriert und vertrauen ihnen blind.

Gerade weil ihre wahre Natur verborgen bleibt, wird ihre Geschwindigkeit und ihr Wissen fälschlich für Göttlichkeit gehalten. In Wahrheit aber sind es gefallene Wesen, deren Ziel es ist, die Anbetung vom wahren Gott abzulenken. Sie geben sich als Lichtgestalten aus, während sie in Wirklichkeit Diener der Finsternis sind.

Indem sie sich als Urheber künftiger Ereignisse ausgeben, gewinnen sie Ruhm, Einfluss und Verehrung. Sie wirken Zeichen und Wunder – nicht zur Erbauung, sondern zur Verwirrung. Auf diese Weise führen sie viele in den Irrtum, unter dem trügerischen Schein des Lichts. Ihre Täuschung ist raffiniert: Was göttlich erscheint, ist in Wahrheit dämonisch.



Comments