In letzter Zeit habt ihr sicher bemerkt, dass in unserer Gesellschaft viel über psychische Krankheiten gesprochen wird. Es heißt, wir leben in einer gestressten Gesellschaft, die unter Depressionen und Angstzuständen leidet. Man sagt, der Mensch sei psychisch krank und dass Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie Lösungen anbieten, um diese Leiden zu heilen. Doch obwohl die Fachleute für psychische Gesundheit vieles versprochen haben, wird die Gesellschaft nicht besser – im Gegenteil: sie zeigt immer extremere Verhaltensweisen, bis hin zur Rechtfertigung unmenschlicher Taten unter dem Vorwand psychischer Störungen.
Das heutige Evangelium gibt uns eine Erklärung dafür: Die Gesellschaft hat Gott aus ihrem Leben ausgeschlossen und ist atheistisch geworden. Seit der Französischen Revolution – jenem Wendepunkt, an dem der Glaube ausgelöscht und die Vernunft vergöttert werden sollte – begann ein Prozess, in dem der Rationalismus alle Bereiche der Gesellschaft durchdrang. Später, im 19. Jahrhundert, trat Freud mit der Psychoanalyse auf den Plan, die sich selbst zur „neuen Religion“ erklärte, um die christliche Religion zu ersetzen. Damit wurde der Wert des Bußsakraments untergraben und die Realität der Sünde verharmlost. Man sagte, die Schuldgefühle, die die Kirche auferlege, seien bloße Konstrukte.
Aber, liebe Brüder und Schwestern, das wahre Problem liegt nicht in einer psychischen Krankheit, sondern in der Abwesenheit Gottes und der Annahme der Sünde. Die Sünde wirkt sich auf den Menschen in drei Bereichen aus: spirituell, psychisch und körperlich. Eine Todsünde zum Beispiel tötet das geistliche Leben, stört das seelische Gleichgewicht und verändert das Verhalten. Die Sünden – insbesondere die sieben Hauptsünden – sind darauf ausgelegt, das gesunde Denken und Verhalten zu verzerren. Es geht nicht nur um eine psychische Störung, sondern darum, dass wir Gott beiseitegeschoben und die Sünde hereingelassen haben, was unsere Psyche, Spiritualität und auch unseren Körper tief beeinflusst.
Nehmen wir das Beispiel der Unkeuschheit: eine völlig ungeordnete Sexualität, die die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten und HIV stark begünstigt hat. Wann wird dieses Übel geheilt? Nicht durch den Psychologen oder Psychiater, sondern wenn die Wurzel der Sünde – die Unkeuschheit – beseitigt wird. Ich habe sogar Kollegen gekannt, die selbst moralisch verdorben waren und deshalb strafrechtlich verfolgt wurden. Ohne die Erkenntnis der Sünde und ohne eine wahre Umkehr ist keine Heilung möglich, ganz gleich, was die Fachleute behaupten.
Jesus Christus zeigt uns, dass nur er die Macht hat, die Sünde und ihre Folgen zu heilen. Außerhalb von Jesus gibt es niemanden, der uns von der zerstörerischen Kraft der Sünde befreien kann. Deshalb hat er ein wunderbares Sakrament eingesetzt: die Beichte. Aber hier stellt sich die Frage: Beichten wir wirklich richtig? Machen wir eine gute Gewissenserforschung, bereuen wir unsere Sünden aufrichtig, fassen wir einen festen Vorsatz zur Besserung, bekennen wir ehrlich unsere Sünden und erfüllen wir die auferlegte Buße?
Viele gehen zum Beichtstuhl, ohne sich vorher wirklich mit dem Herrn getroffen zu haben; ohne Gewissenserforschung ist die Beichte oberflächlich und die Heilung bleibt aus. Wenn du zehn Katholiken nach den fünf Schritten einer guten Beichte fragst, wird dir vielleicht nur einer antworten können. Das erklärt, warum viele sagen: „Vater, ich beichte regelmäßig, aber mein Verhalten und mein Denken ändern sich nicht.“ Frag dich ehrlich: Beichtest du richtig?
Die Heilung unserer Gesellschaft wird nicht durch psychologische oder psychiatrische Maßnahmen kommen, sondern nur durch die Umkehr zu Jesus Christus. Wenn wir ihn und sein Sakrament der Versöhnung wieder in unser Leben lassen, dann – und nur dann – kann eine echte Heilung auf geistlicher, seelischer und körperlicher Ebene stattfinden.“

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