Mahnung des heiligen Petrus Damianus über die Mitverantwortung an fremder Schuld

 

Der heilige Petrus Damianus berichtet, dass nach dem Tod eines gewissen Grafen, der zwar einen guten Ruf genoss, jedoch nach dem Urteil der Menschen Unschuldige bedrückt hatte, einem frommen Ordensmann im Traum eine erschütternde Vision gewährt wurde.

Er sah den Grafen auf einer schmalen Leiter emporsteigen, die zwischen glühenden Kohlen und feurigen Funken errichtet war. Auf jeder Sprosse loderten Flammen, und die Seele des Grafen litt Qualen wegen seiner Gottlosigkeit und seiner Habsucht.

Es wurde gesagt, dass er jene Übeltaten nicht eigenhändig begangen habe, wohl aber zugelassen und geduldet habe, dass Angehörige seines Geschlechts sie verübten. Durch sein Schweigen und seine Nachsicht gegenüber diesen Vergehen hatte er Anteil an der Schuld, und darum musste er im Jenseits jene schmerzvolle Reinigung erleiden.

Die Erscheinung sollte, so betonte Petrus Damianus, den Lebenden zur ernsten Mahnung dienen, dass nicht nur die eigenen Werke, sondern auch die stillschweigende Billigung fremder Sünden vor Gott Gewicht haben.

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