Barmherzigkeit und göttlicher Lohn

 

Es wird erzählt, dass ein Mann, als er zu Tisch saß, das Weinen eines Armen an der Tür hörte. Er stand auf, führte ihn ins Haus – obwohl er voller Schlamm war – und erhitzte Wasser. In seinen eigenen Mantel gehüllt, wollte er ihm die Füße waschen, bevor er sich mit den anderen an den Tisch setzte.

Als er die Füße in die Hand nahm, sah er, dass sie durchbohrt waren wie die des Gekreuzigten. Auch als er seine Hände mit Wasser besprengte, erkannte er dieselben Male. Da rief er seine Angehörigen, doch sofort verschwand jener Arme.

Im bronzenen Becken, in dem er das Wasser zur Fußwaschung bereitet hatte, erschien unauslöschlich folgende Inschrift:

> „Verflucht von Gott dem Höchsten ist, wer an Festtagen seine Knechte in Pracht kleidet, den Eitlen der Welt dient, Spielleute mit Brot, Geld und Kleidern nährt und die Armen verachtet.

Gesegnet zur Rechten Gottes aber ist, wer den Armen mehr Liebe und Dienst erweist als den Reichen.“

Die Almosen, die von den Dämonen befreien

Es wird berichtet, dass ein Mann, der in viele Laster verstrickt war, eines Tages sah, wie ein Armer vor Kälte starb. Erbarmt zog er ihm seinen eigenen Mantel an.

Einige Zeit später stürzte dieser Mann in den Fluss und die Dämonen wollten seine Seele zur Verdammnis fordern. Doch die Engel des Herrn brachten jenen Mantel als Verteidigung ins Gericht. Durch seine Kraft wurde er aus der Gewalt der Dämonen befreit und ins Leben zurückgebracht. Von da an tat er reuevolle Buße.

Comments