Die Strafe des Geizigen

 

Cesarius erzählt von einem Reichen, der nach seinem Tod seiner Frau erschien, verzweifelt und verdammt. Sie fragte ihn, ob ihm denn nicht die vielen Almosen zugute kämen, die er gegeben hatte. Er antwortete:

— Ich tat es aus Furcht, nicht aus Liebe.

Kaum hatte er dies gesagt, riss ihn der Dämon, der ihn begleitete, wieder mit sich fort.

Schlechte Werke unter dem Schein von Almosen

Es wird ferner berichtet, dass ein Reicher mit unrecht erworbenem Geld Almosen geben wollte, indem er eine Kirche baute. Doch als ein Bischof kam, um sie zu weihen, sah er auf jedem Stein einen Dämon sitzen.

Als er sie fragte, was sie dort machten, antworteten sie:

— Diese Kapelle gehört uns, denn sie wurde mit unrechten Gütern erbaut, nicht mit echten Almosen.

Da befahl der Bischof, dass alles, was den Dämonen gehörte, weggetragen werden sollte. Sogleich verschwanden die Geister, der Reiche und alle Materialien des Bauwerks, sodass nur die leere Erde zurückblieb.

Durch Almosen verminderte Strafe

Jakob von Vitry berichtet, dass sich nach dem Tod eines Bischofs dieser einem frommen Priester im Traum zeigte, gepeinigt von furchtbaren Qualen. Der Priester fragte ihn, wer er sei, und er antwortete:

— Ich bin jener unglückliche Bischof, der im Leben die Reichen mit Festmählern einlud, indem er den Armen wegnahm, was ihnen zustand. Zwar habe ich etwas Barmherzigkeit bei Gott erlangt, doch muss ich in Qualen bleiben, bis so viele Almosen für mich gegeben werden, wie ich in Eitelkeiten verschwendete.

Der Priester bat daraufhin die Angehörigen des Verstorbenen, den Armen von seinem Vermögen Almosen zu geben. Als sie es taten, wurde der Bischof sofor

t von seinen Qualen befreit.

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