Während der Epidemie von Trier wurde ein bewusstloser Junge von etwa acht Jahren ins Kloster gebracht. Sein Atem war schwach, sein Körper brannte vor Fieber, und die Mönche waren überzeugt, dass er die Nacht nicht überstehen würde.
Adela betrat den Raum mit einer tiefen inneren Ruhe.
Sie trat an das Kind heran, legte ihre Hand auf seine Brust und begann still zu beten.
Ihre Haltung strahlte einen Glauben aus, der die Anwesenden in völlige Aufmerksamkeit versetzte.
Wenige Minuten später reagierte der Körper des Jungen.
Sein Atem wurde kräftiger.
Die Farbe kehrte in sein Gesicht zurück.
Er öffnete die Augen und rief nach seiner Mutter.
Bei Sonnenaufgang lief er durch den Klosterhof, voller Kraft und Leben.
Von diesem Tag an sprach die ganze Region über Adela als eine Frau, die von Gnade berührt war.
Die heilige Adela von Deutschland wurde um das Jahr 660 geboren, als Tochter von König Dagobert II., mitten in der fränkischen Adelswelt. Ihre Kindheit war geprägt von Bildung, Verantwortung und dem Einfluss einer mächtigen Dynastie. Schon früh zeigte sie jedoch eine tiefe geistliche Neigung, die sie von vielen ihrer Standesgenossen unterschied.
Sie heiratete einen hochrangigen Adligen und gründete eine angesehene Familie. Nach dem Tod ihres Ehemannes traf Adela eine Entscheidung, die ihr Leben veränderte: Sie widmete sich vollständig Gott und den Bedürftigen. Mit den Mitteln ihres Erbes gründete sie das Kloster Pfalzel bei Trier, das schnell zu einem Zufluchtsort für Kranke, Pilger und Menschen in Not wurde.
Als Äbtissin führte Adela die Gemeinschaft mit einer Mischung aus Stärke und Sanftmut. Ihre Gegenwart vermittelte Frieden, ihr Glaube gab Halt, und ihre Fürsorge prägte das Leben vieler Menschen. Unter ihrer Leitung entwickelte sich Pfalzel zu einem angesehenen geistlichen Zentrum.
Sie verbrachte ihr Leben im Dienst an den Schwachen und im Gebet, bis sie zwischen 735 und 740 verstarb. Ihr Andenken blieb eng mit Barmherzigkeit und Gnade verbunden. Die Kirche feiert ihren Gedenktag am 24. Dezember, einem Tag, an dem viele die geistige Wärme erinnern, die sie ihrer Gemeinschaft schenkte.

Comments
Post a Comment