In Köln, gegen Ende des 16. Jahrhunderts, lebte eine Frau in großer Unruhe und wechselte häufig ihren Wohnort, um nicht entdeckt zu werden. Die Behörden suchten sie, denn auf ihr lasteten schwere Verdachtsmomente. Schließlich wurde sie gefunden und im Oktober 1590 unter Bewachung in das Kloster des heiligen Maximin gebracht.
Zunächst leugnete sie alles mit Entschlossenheit. Ihr Gesicht wirkte erschöpft, und ihre Worte waren hart. Mit der Zeit, während der Verhöre, begann sie jedoch nachzugeben. Ihre Stimme wurde schwächer, und schließlich offenbarte sie, was sie tief in sich getragen hatte.
Sie erzählte, dass ihr Leben von Leid geprägt gewesen sei. Ihr Ehemann behandelte sie streng, und der Tod eines Kindes stürzte sie in eine tiefe Trauer. Inmitten dieses Schmerzes kam in ihr der Gedanke auf, Gott habe sie verlassen. Dieser Gedanke wurde in ihr zu einer offenen Wunde.
Eines Nachts, während sie in ihrem Bett lag, erschien ihr eine Gestalt. Es war ein Mann in schwarzen Kleidern, von beunruhigender Erscheinung. Er trat näher und sprach mit sanfter Stimme zu ihr, versprach ihr Trost, wenn sie Gott abschwöre und sich ihm hingebe. Er versicherte ihr, sie werde Frieden finden und ihr Leid werde ein Ende nehmen.
Verwirrt und durch ihren Schmerz geschwächt, willigte sie ein. Sie sagte sich von Gott, von der Jungfrau Maria und von den Heiligen los. In diesem Moment verspürte sie eine trügerische Erleichterung.
Eine Zeit lang folgte sie diesem Weg. Jenes Wesen, das sich Fedderhans nannte, suchte sie auf. Es gab ihr sogar Münzen als Zeichen seiner Macht. Doch der versprochene Friede stellte sich nicht ein. Stattdessen wurde ihr Inneres immer unruhiger und leerer.
Mit den Tagen begann sie sich an die Gebete ihrer Kindheit zu erinnern. Sie dachte an die Jungfrau Maria, an ihre mütterliche Fürsprache. Diese Erinnerungen berührten sie tief, und etwas in ihr begann sich zu wandeln.
Im Gefängnis, in der Stille ihrer Zelle, spürte sie die Last all dessen, was sie getan hatte. Die Worte, die sie gesprochen hatte, die Abkehr, die sie vollzogen hatte – alles wurde ihr klar vor Augen gestellt. Zum ersten Mal seit langer Zeit kniete sie nieder.
Unter Tränen bat sie um Vergebung. Sie rief die Jungfrau Maria an und flehte um ihre Fürsprache bei Jesus Christus. Sie erkannte ihren Irrtum und ihre Schwäche.
In den folgenden Tagen war eine Veränderung deutlich. Ihr Verhalten wurde demütig. Sie bat um die Beichte und äußerte den Wunsch, sich mit der Kirche zu versöhnen. Mit Andacht empfing sie die Sakramente und hielt sich fest an der Barmherzigkeit Gottes.
Diejenigen, die sie in ihren letzten Momenten sahen, bemerkten den Unterschied. Wo zuvor Unruhe gewesen war, zeigte sich nun Ruhe. Wo Verzweiflung geherrscht hatte, wuchs Hoffnung.
Am 20. Oktober 1590 wurde sie zu ihrer Strafe geführt. Mit festem Schritt ging sie, einen Rosenkranz in den Händen. Vor ihrem Ende sprach sie ein letztes Gebet zur Jungfrau Maria und vertraute ihre Seele Jesus Christus an.
So endete ihr Leben: nach einem Weg des Falls und der Umkehr, indem sie den katholischen Glauben wieder annahm, den sie einst verlassen hatte.

Comments
Post a Comment